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17 02 | '17

Tun.

Heute zwinge ich mich, vier Stunden an einer Animation zu zeichnen. Der Anfang ist schwer. Bereits nach sechs Bildern überfallen mich die Zweifel. Sie hocken auf meinen Schultern, kitzeln mein Gesicht, hüpfen durch meine Haare und hinterlassen überall winzige blutige Bisswunden wie von Läusen. "Was willst du überhaupt damit?

13 02 | '17

Ohr II.

Abzeichnen [das]: Abschälen einer Knoblauchzehe, bis sich der Kern offenbart.

Anschliessendes Weiterverarbeiten zu einer leckeren Spaghettisauce.

12 02 | '17

.

«Und wer nichts tut, gesteht dies als wahrlich paradoxes Betragen, als avantgardistische Meisterleistung, die hervorzukehren nur ein starker Geist sich gestatten kann.»

(Roland Barthes, Mythen des Alltags)

08 02 | '17

Glück.

Glück [das]: Die Zeichenfeder über das Papier kratzen hören, während der Atem langsam der Lunge entströmt und das Papier mit sanftem Tau überzieht.

07 02 | '17

Ohr.

Gestern fühlte sich das Zeichnen sinnlos an. "Was ist los?", fragte ich.

Es drehte sich zu mir um, warf mir einen intensiven Blick zu und sagte: "Du sagst mir immer, was du schon weisst. Wann hörst du mir zu?"

Ich setzte mich hin und lauschte.

05 02 | '17

Das Nur.

Ein Strich auf einem Blatt Papier.
"Das ist nur ein Strich."
"Das ist ein Strich. Das genügt."

 

Das Nur trottete missmutig davon.

04 02 | '17

Erste Striche

Das Hier und Jetzt. Ich setze oben mit der Feder an. Ziehe ausatmend einen Strich bis ganz nach unten. Das Kratzen der Feder auf Papier fällt mir erst beim elften Strich auf. Mein verspannter Kiefer beim dreizehnten. Immer und immer wieder beginne ich von Neuem. Die Zeichnung ist nicht wichtig. Das ist ein Abfallprodukt.

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