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23 09 | '17

Langsame Kunst.

Kunst, [die langsame]: anstatt über dem Hyperventilieren das Atmen zu vergessen: in eine Tüte zu atmen. Die eigene verbrauchte Luft erneut in den Kreislauf schicken*.

*Bevorzugterweise nicht bis zum Erstickungstod.

22 09 | '17

Kalt duschen. Oder so.

Als ich vom Joggen zurückkam, hing ein Zettel an der Haustür: Boiler ersetzt, kein warmes Wasser bis Montag. Minuten später. Ich öffnete mit klammen Fingern die Tür der Duschkabine, versuchte mit meinem steif gefrorenen Arm das Handttuch zu greifen. Stalagniten hatten sich an Nase, Kinn und Wimpern gebildet.

13 09 | '17

Rehe sehen.

Vor einiger Zeit ging ich im Wald spazieren. Irgendwann blieb ich stehen und nahm einen Moment, um durchzuatmen. Erst dann bemerkte ich, dass knapp zehn Meter vor mir ein Reh stand und mich ansah.

11 09 | '17

Ein flüchtiger Gedanke.

Im Schatten des Spektakulären (eines grellen Scheinwerfers) verschwinden das Grün-Grau, das Blau-Grau, das Ocker-Grau und das Maus-Grau im Schwarz. Man braucht nur das Licht auszumachen – irgendwann werden sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen und eine noch völlig unbekannte Welt entdecken.

24 08 | '17

Kunst.

Kunst, [die]: Ein verbotenes Vergnügen, das man sich nach Feierabend kurz vor dem Einschlafen gönnt. Erst durch die Kompression der Zeit wird aus dem wässrigen Denken ein verdichteter Sirup, der abgefüllt in dichte Flaschen über Jahre und Jahrzehnte nährt.

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