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24 08 | '17

Kunst.

Kunst, [die]: Ein verbotenes Vergnügen, das man sich nach Feierabend kurz vor dem Einschlafen gönnt. Erst durch die Kompression der Zeit wird aus dem wässrigen Denken ein verdichteter Sirup, der abgefüllt in dichte Flaschen über Jahre und Jahrzehnte nährt.

31 07 | '17

David Lynch

Gleich zu Anfang dieses Videos beschreibt er seinen kreativen Prozess. Im Biologieunterricht hat uns der Lehrer mal erklärt, dass afrikanische Frauen in die Hocke gehen, um Kinder zu gebären. Die Schwerkraft hilft mit und dadurch gelingt das Ganze offenbar wesentlich müheloser. Hierzulande liegen die Frauen und dann heisst es: pressen! David Lynch's Prozess gleicht dem Ausnutzen der Schwerkraft, statt zu versuchen, eine Idee herauszupressen. Anschliessend im Video folgen seine spirituellen Ansichten, welche aber so abstrakt gehalten sind, dass es schwierig ist, daraus eine Denkmethodik abzuleiten. Meiner Erfahrung nach ist jedoch Meditation im Allgemeinen sehr gut für die Kreativität, da man das Gehirn dazu erzieht, immer wieder loszulassen. Kreativität bedeutet ebenfalls, von Konventionen immer wieder loszulassen und neue Wege zu beschreiten.

Louise Bourgeois' Zitat im Buch "I have been to hell and back" beschreibt einen ähnlichen Prozesss: "The Motivation is emotional and murderous or whatever you call it, but the form has to be absolutely strict and pure... It i unconscious motivation. After a work is finished, then you say, Ah my God! This is what I meant!"

 

22 07 | '17

Kreativprozess.

Der kreative Prozess besteht aus divergierenden und konvergierenden Phasen. Divergierend heisst: wir haben einen Ausgangspunkt und nehmen von dort aus die sechsspurige Autobahn zum Gehirn, alles fährt nach Süden, sogar Hochgeschwindigkeitsfahrräder und Kinderwagen mit Düsenantrieb.

04 06 | '17

Universum.

Universum, [das]: eine kostbare Winzigkeit, die vorsichtig zwischen den Handflächen geborgen sein will. "Achtung, zerbrechlich", steht auf dem Beipackzettel. Manchmal leuchtet sie im Dunkeln.

31 05 | '17

Es gibt keine schlechten Bilder.

Da ist dieses eine Bild. Irgendwie hat es etwas. Aber wie es da an der Wand hängt, scheint es mir die Zunge herauszustrecken und laut "bäh!" zu rufen. Es passt nicht, irgendetwas ist zu banal, es plaudert wie ein gelangweilter Mensch über die Mahlzeiten der vergangenen drei Tage und über deren Verarbeitung via Darmförderband zur Ausgabestelle.

29 05 | '17

Kunst.

Kunst, [die]: vom Sprungbrett ins Weltall katapultiert werden, staunend beobachten, wie ein endloser Strom an neuen Blattformen, Krabbeltieren, Atemzügen und Sandläusen an einem vorüberzieht, immer in der Erwartung, irgendwann anzukommen...

26 05 | '17

Der Frühstücksapfel.

Beim heutigen Frühstücksapfel (der erste aus einer Sechserpackung) der Geschmackstest. Erster Gedanke: schmeckt gut, leicht säuerlich. Zweiter Gedanke: schmeckt wie diese "Apfelringe" aus Kautschuk oder PVC, giftgrün lackiert und mit Zucker besamt, welche wir früher am Kiosk gekauft haben.

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